LIS

Es sind die seltenen Momente, in denen ich auf einen Song stoße und sofort dieses besondere Gefühl mich nicht mehr loslässt. Genau das ist passiert, als ich zum ersten Mal LIS Song “Etwas Weiches Gegen Das Du Dich Lehnst” gehört habe. Ein Song der wunderbar lyrisch geschrieben ist und am Zahn der Zeit ist. Einer Zeit, in der Hatespeech und rechte Hetze an der Tagesordnung im Netz und im alltäglichen Leben sind. Mit der Coronavirus-Krise verstärkt sich dieses noch, um so wichtiger sind Werke, wie dieses von LIS. Mit eindrucksvollen, gefühlvollen Worten beschreibt sie das Thema Hass. Dabei spielt sie musikalisch mit modernen Musikproduktionsmitteln wie Autotune, aber auch mit der Ästhetik der natürlich klingenden Stimme. Was passiert durch den Einsatz dieser Mittel oder ihr Weglassen? LIS hat zwei Versionen ihres Tracks veröffentlicht. Eins mit Autotune verfremdeter Stimme, die andere ohne Autotune. Was passiert mit mir als Hörer, wenn ich die eine oder die andere Version höre, also nur eine von beiden kenne und dann plötzlich entdecke, dass es da noch die andere Version gibt? Beide Versionen erzielen ihre ganz spezielle Wirkung auf die Gefühle und Gedanken des Hörers. Bei mir wird da eine Reihe von Gedanken losgetreten: Durch Hass entfremden sich Menschen, das unterstreicht für mich der Effekt des Autotune. Aber der Autotune unterstreicht ebenso eine gewisse Dramatik in der Stimme, die so ohne Autotune nicht vorhanden ist. Die Stimme wirkt weinerlicher und vermittelt eine gewisse Traurigkeit, die trotz der Unnatürlichkeit der Stimme Empathie für das lyrische Ich schafft.

Insgesamt ist diese Erfahrung für mich die spannendste Entdeckung, die ich seit langem gemacht habe und alles durch den genialen Einfall, einen Song in zwei Versionen zu veröffentlichen. Ich weiß immer noch nicht, welche von beiden Versionen ich besser finde…Wie geht es euch? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! Hört euch den Song auf Bandcamp; Spotify und Co. an!

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